Sie fahren allein mit dem Auto, gehen spazieren, besuchen eine fremde Stadt oder sind abends auf dem Heimweg.
In solchen Situationen kann Ihr Smartphone mehr, als nur einen Anruf ermöglichen. Es kann einer vertrauten Person Ihren Standort zeigen, melden, dass Sie sicher angekommen sind, oder bei einem Notruf dabei helfen, Ihren Standort zu bestimmen.
In Teil 1 unserer Serie haben wir Notruf SOS, Notfallkontakte und medizinische Notfallinformationen eingerichtet. Jetzt geht es um drei Funktionen, die besonders unterwegs interessant sind.
4. Den eigenen Standort mit einer vertrauten Person teilen.
„Melde dich, wenn du angekommen bist.“
Diesen Satz kennen vermutlich viele von uns. Mit einem Smartphone können wir zusätzlich unseren aktuellen Standort mit einer ausgewählten Person teilen.
Das bedeutet nicht, dass wir unseren Standort ständig freigeben müssen. Wir entscheiden selbst, wem wir ihn zur Verfügung stellen und wann wir die Freigabe wieder beenden.
Auf dem iPhone
Eine Möglichkeit bietet die App Wo ist?
1. Öffnen Sie Wo ist?.
2. Wählen Sie Personen.
3. Tippen Sie auf die Schaltfläche zum Hinzufügen.
4. Wählen Sie Standort teilen.
5. Wählen Sie eine vertraute Person aus Ihren Kontakten.
6. Senden Sie die Einladung.
7. Legen Sie fest, wie lange Sie Ihren Standort teilen möchten.
Beenden Sie die Standortfreigabe wieder, wenn Sie sie nicht mehr benötigen.
Auf Android
Eine einfache Möglichkeit bieten Google Maps.
1. Öffnen Sie Google Maps.
2. Tippen Sie oben rechts auf Ihr Profilbild.
3. Wählen Sie Standortfreigabe.
4. Tippen Sie auf Standort teilen.
5. Legen Sie die Dauer fest.
6. Wählen Sie die gewünschte Person.
7. Bestätigen Sie die Freigabe.
Je nach Dienst kann die ausgewählte Person neben Ihrem aktuellen Standort weitere Informationen sehen, beispielsweise den Akkustand Ihres Geräts.
Teilen Sie Ihren Standort ausschließlich mit Menschen, denen Sie vertrauen.
5. Das Smartphone kann prüfen, ob Sie sicher angekommen sind.
Diese Funktion ist besonders interessant, wenn Sie allein unterwegs sind.
Auf dem iPhone – Check In
Apple bietet in der Nachrichten-App die Funktion Check In beziehungsweise in der deutschen Benutzeroberfläche Wegbegleitung oder die jeweils aktuelle lokalisierte Bezeichnung. Sie setzt iOS 17 oder neuer auf den beteiligten Geräten voraus.
Öffnen Sie eine Unterhaltung mit einer vertrauten Person in Nachrichten, tippen Sie auf das + neben dem Nachrichtenfeld und suchen Sie die Check-In-Funktion.
Anschließend folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm und legen beispielsweise Ihr Ziel fest. Wenn Sie wie geplant ankommen, wird die ausgewählte Person entsprechend informiert.
Sollten Sie nicht wie erwartet am Ziel eintreffen oder nicht auf Hinweise Ihres iPhones reagieren, können – abhängig von Ihren Einstellungen – Informationen wie Standort, Akkustand und Mobilfunkverbindung an die ausgewählte Person übermittelt werden.
Auf Android – Safety Check
Auf unterstützten Android-Geräten gibt es in der App Persönliche Sicherheit eine vergleichbare Funktion.
1. Öffnen Sie Persönliche Sicherheit.
2. Wählen Sie Safety Check beziehungsweise die entsprechende deutschsprachige Funktion.
3. Wählen Sie einen Anlass.
4. Legen Sie die Dauer fest.
5. Wählen Sie Ihre Kontakte.
6. Starten Sie den Sicherheitscheck.
Die Dauer kann bei Google auf bis zu 24 Stunden eingestellt werden.
Zum festgelegten Zeitpunkt fragt das Smartphone nach, ob alles in Ordnung ist.
Reagieren Sie nicht innerhalb des vorgesehenen Zeitfensters, kann die Notfallfreigabe beginnen. Ihre ausgewählten Kontakte können dann unter anderem einen Link zu Ihrem Standort sowie Informationen zum Akkustand erhalten.
Die Verfügbarkeit ist abhängig von Gerät, Region und Konfiguration.
6. Wissen Rettungskräfte, wo Sie sind?
Sie befinden sich in einer fremden Stadt oder auf einer Straße, deren Namen Sie nicht kennen. Sie rufen den Notruf an und hören die Frage:
„Wo befinden Sie sich?“
Genau hier können moderne Smartphones zusätzlich helfen.
Android verfügt über den Emergency Location Service (ELS).
Wenn der Dienst verfügbar und aktiviert ist, kann das Smartphone bei einem Anruf oder einer Nachricht an eine unterstützte Notrufnummer Standortinformationen ermitteln und diese direkt für autorisierte Rettungsdienste verfügbar machen.
Prüfen Sie die Einstellung:
1. Öffnen Sie Einstellungen.
2. Suchen Sie nach Emergency Location Service, ELS oder Notfall-Standortdienst.
3. Öffnen Sie das gefundene Menü.
4. Prüfen Sie, ob der Dienst aktiviert ist.
ELS ist nicht dasselbe wie die normale Standortfreigabe über Google Maps.
Auch das iPhone verwendet Standortfunktionen im Zusammenhang mit Notrufen. Welche Daten automatisch verfügbar gemacht werden können, hängt jedoch unter anderem vom Land, Mobilfunkanbieter und der technischen Infrastruktur der Rettungsdienste ab.
Deshalb gilt unabhängig vom Smartphone:
Wenn Sie mit der Notrufzentrale sprechen können, nennen Sie Ihren Standort immer so genau wie möglich. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die Technik.
Unser kleiner Smartphone-Check für heute.
Nehmen Sie Ihr Smartphone zur Hand und prüfen Sie drei Dinge:
Können Sie Ihren Standort mit einer vertrauten Person teilen? Finden Sie eine Funktion wie Check In oder Safety Check? Und sind die Standortdienste für Notfälle auf Ihrem Gerät aktiviert?
Rufen Sie zum Testen bitte nicht die 112 an.
Wer diese Funktionen schon einmal in Ruhe angesehen und eingerichtet hat, findet sie im Ernstfall wesentlich leichter wieder.
In Teil 3: Vier weitere Smartphone-Funktionen, die Sie kennen sollten – unter anderem für Situationen, in denen das Smartphone verloren geht, ein Unfall passiert oder Sie selbst nicht mehr aktiv Hilfe holen können.
Dieser Beitrag dient der Information. Bezeichnungen und Verfügbarkeit einzelner Funktionen können je nach Smartphone, Betriebssystemversion, Land und Mobilfunkanbieter abweichen.